Chronik - SV Alttrauchburg

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Chronik





Vereinschronik des SV Alttrauchburg e.V.

Die Burgruine Alttrauchburg aus dem 11. Jahrhundert, im Besitz von Seiner Durchlaucht Fürst Georg von Waldburg-Zeil, auf 903 m Höhe südöstlich von Kleinweiler-Hofen gelegen, stand Pate bei der Namensgebung unseres Vereins. Schier unverwüstlich, wie dieses Relikt aus frühen Jahren, durchlebte auch unser Verein eine wechselvolle Zeit, eine imposante Entwicklung über 100 Jahre.

Der Schützenverein Alttrauchburg e.V. wurde 1899 als Schützengesellschaft Kleinweiler  "zum Zwecke der Übung im Schießen und der kameradschaftlichen Liebe und Eintracht" von den Mitgliedern Robert Notz (Werkführer in Hofen), Jakob Kiechle (Obersäger), Magnus Baiz (Bauer) und Josef Müller (Bauhof) im Gasthof "Sonne" (Gudermann) gegründet. Zum 1. Schützenmeister wurde Robert Notz, zum 2. Schützenmeister Jakob Kiechle gewählt. Die Beurkundung erfolgte im Dezember 1900 bei der damaligen Gemeinde Wengen. Über die weitere Vereinstätigkeit bis 1912 ist leider nichts mehr bekannt.

Die Ortschaft Kleinweiler-Hofen mit allen zugehörigen Weilern muß für damalige Verhältnisse wohl sehr weitläufig gewesen sein. Am 7. Oktober 1911 erfolgte die Gründung eines weiteren Schützenvereins im neuerbauten Gasthof "Schwarzer Grat" zu Hofen. Der neue Zimmerstutzenverein wurde von Benedikt Rist, Ludwig Straub, Anton Haas, Franz Unteregger, Georg Funk, Matthäus Leyh, Peter Braunger, Robert Notz, August Kesel, Jakob Kiechle, Magnus Baiz, Karl Notz, Anton Sauer, Adolf Notz und Josef Miller als  "Schützenverein Alttrauchburg, Hofen" gegründet und unter der Leitung von 1. Schützenmeister Franz Unteregger (Bahnagent) und 2. Schützenmeister Jakob Kiechle (Obersäger) beim Bürgermeister angemeldet. Bereits im darauffolgenden Jahr wurden die Vereine der Umgebung  zum 1. Sternenschießen eingeladen, bei dem auch die Schützen der Kleinweiler Schützengesellschaft teilnahmen.

Nach der Unterbrechung, bedingt durch den 1. Weltkrieg 1914/18, beschossen noch 1919 die Mitglieder beider Vereine den Zusammenschluß, sowie die Fortführung des neuen Vereins als "Schützenverein Alttrauchburg Kleinweiler-Hofen". Gleichzeitig einigte man sich abwechselnd in beiden Schießstätten zu schießen.

1924 - Gründung des Schützenverbandes Sonneck. Neben Weitnau, Schwarzerd, Schanz, Kreuzthal, Gerholz, Gemütl. Schützen Rechtis und Freischütz Seltmans-Sibratshofen gehörte auch der SV Alttrauchburg zu den 8 Gründungsvereinen. Selbstverständlich beteiligte sich der Verein auch im darauffolgenden Jahr beim 1. Verbandschießen, das von Schützenverein in Weitnau ausgerichtet wurde.

Durch den Bau eines Schützenstandes für Kleinkaliber in der Klausenmühle, konnte am 13.06.1928 dem bestehenden Verein eine neue Abteilung zugefügt werden, zu der auch Schützen aus Wengen gehörten. Der 1. Schützenmeister des bestehenden örtl. Schützenvereins war dies auch gleichzeitig für die Kleinkaliberabteilung, ansonsten jedoch getrennte Geschäfts- und Kassenführung mit jeweils einer Besetzung von Wengen und Kleinweiler. Das Eröffnungsschiessen fand am 29. und 30.06.1929 statt. Mit dem Wahlspruch "Üb Aug und Hand für's Vaterland" hieß man das Kind seine Wege gehen.

Zum 30 jährigen Vereinsbestehen wurde am 09.03.1929 ein Jubiläumspreisschießen organisiert, bei dem auch 3 verdiente Mitglieder geehrt wurden.

Beide Vereinszweige einigten sich wenige Jahre später (1933) eine gemeinsame Fahne anzuschaffen. Die Fahne wurde nach einem Entwurf von Franz Fidel Hindelang bei der Fa. Auer in München gefertigt und die Stickerei an das Kloster Lenzfried vergeben. So konnte am 15. August 1933  die Fahnenweihe mit einem großen Fest gefeiert werden. Die Patenschaft übernahm der Veteranen- und Kriegerverein. Anl. dieser Fahnenweihe richtete der Verein das diesjährige Bezirkskleinkaliberschießen aus.

Im Dezember des gleichen Jahres (1933) wurde der Verein dem deutschen Schützenbund angeschlossen und gehörte nun zum Gau 140 Sonneck.

Ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Am 31. Juli 1938 steht geschrieben, daß die Königskette, die beide Abteilungen gemeinsam vergeben werden, angekommen ist. Um diese Kette schießt

- die Zimmerstutzenabteilung im Winter,

 d.h. der König dieser Abteilung trägt die Kette vom 01.04. - 01.10. und

- die Kleinkaliberabteilung im Sommer,

 sodaß dieser König die Kette vom 01.10. - 01.04. erhält.

Aus dieser Zeit sollte nicht unerwähnt bleiben, daß einige Schützen des Vereins in den Jahren 1934 bis 1938 mehrfach an den Oktoberfestzügen in München teilgehommen haben und es z.T. auch besondere Auszeichnungen für langjährige unermüdliche Dienste im Schützenwesen, wie z.B. der hohe Schützenorden "R" vom ehem. Kronprinz Ruprecht gab.

Trotz des Kriegsdienstes den viele Kameraden leisten mußten, konnte der Schießbetrieb mit verminderter Mitgliederzahl während des 2. Weltkrieges 1939 / 1945 aufrechterhalten werden. Erst 1945, als frz. Besatzung nach Kleinweiler-Hofen kam, und zudem der Schießstand in der Klausenmühle vernichtet wurde, mußte der Verein, wie viele andere Vereine auch, am 17.12.1945 aufgelöst werden Sobald jedoch die alliierte Regierung wieder Schießerlaubnis erteilte, fanden sich viele Schützenkameraden wieder zusammen und es erfolgte am 15.03.1951 die Wiedergründung mit Zimmerstutzen- und Luftgewehrschießen. Bei der Neueröffnung anwesende Mitglieder Josef Reichard sen. - Josef Reichard jun. - Karl Wildbihler - Eduard Rapp - Gebhard Möslang - Benedikt Rist - Hans Beßler - Robert Ebenhoch - Wilhelm Kowaski sen. - Robert Notz und Stefan Singer. Zum 1. Schützenmeister wählte die Versammlung Josef Reichard sen. und zum 2. Schützenmeister Karl Wildbühler. So konnte der 1. Schießabend am 28.07.1951 im Schießlokal Sonneck abgehalten werden. Auch ist der Verein noch im selben Jahr in den BSSB aufgenommen worden.

Man muß Feste feiern, wie sie fallen. Konnte wegen der Einstellung des Schießbetriebes 1949 das 50 jhr. Bestehen nicht gefeiert werden, organisierten die Schützen kurzerhand zum 55 Jährigen ein kleines Jubiläumsschießen.

Nachdem das Schießlokal Sonneck 1959 für einige Zeit geschlossen werden mußte, wurden die Schießabende fortan im Gasthaus Rössle bei Vereinskamerad Hans Gschwind abgehalten. Was damals niemand ahnte, diese vorübergehende Lösung sollte 25 Jahre Bestand halten. Zum Andenken an das 60 jhr. Vereinsjubiläum in diesem Jahr wurden alle Vereinsmitglieder zum Gruppenfoto gebeten.

Um der immer stärker werdenden Jugend Rechnung zu tragen, schaffte der Verein 1969 eine Jugendschützenkette an. Diese neue Kette hat als 1. Jugendschützenkönig  Ewald Rimmel mit einem 62 Teiler errungen.

Blicken wir nun auf das Jahr 1974, das 75 jhr. Bestehen. Anläßlich dieses Gründungsfestes wurde eine neue Schießdisziplin geboren - das Dorfpokalschießen. Dieses Schießen, bis heute eine schöne jährliche Tradition, wird mittlerweile in ähnlichen Formen auch von anderen Vereinen der Umgebung durchgeführt. Bei der damaligen Preisverteilung zeigte sich Gauschützenmeister Josef Birk sehr angetan von dieser neuen Idee. S.D. Fürst Georg von Waldburg-Zeil überreichte zu diesem Anlaß einen Pokal, der bis heute als Fürstpokal dem besten Blattlschützen aus Königs- und Pokalwertung gegeben wird.

1980 - zum 1. Mal in der Vereinsgeschichte übernimmt eine Frau die Regentschaft für ein Jahr und somit die Kette des Schützenkönigs. Monika Rimmel konnte mit einem 20,5 Teiler diese Auszeichnung in Empfang nehmen.

Nach langen und ausführlichen Beratungen entschied man sich den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen und die Gemeinnützigkeit zu beantragen. Die Eintragung wurde am 11.05.1983 unter dem Namen "Schützenverein Alttrauchburg e.V." vollzogen.

Man schoß gut und gerne im Gasthaus Rössle, doch freuten sich alle sehr, als man 1984 in 2 eigene Räume im Untergeschoß des neuerbauten Vereinsheimes umziehen konnte. In der Zeit vom 27.01.1984 bis zur Fertigstellung am 09.04.1984 leisteten 25 Schützen rund 1.000 Arbeitsstunden für den Ausbau dieser Räume. Der krönende Abschluß bildeten am 14. April 1984 die Einweihung des Vereinsheimes und am 16.06.1984 das Eröffnungsschießen.

1986 entschloß sich die Vereinsführung die Fahnensektion, sowie einige Begleiter mit neuen Schützenjacken einzukleiden.

1989 - das 90 jährige Vereinsjubiläum. Um diesen Anlaß würdig zu begehen, wurde vom 03. - 12.05.1989 ein offenes Jubiläumsschießen ausgerichtet, an dem auch die damalige Olympiasiegerin von Seoul Silvia Sperber teilnahm.

Die Mitglieder Max und Erna Berkmann stifteten dem Verein 1994 eine Damenschützenkette. Sigrid Möslang konnte dieser Kette durch Ihren 12,7 Teiler den ersten Taler anheften.

Dem allgemeinen Trend zumindest teilweise folgend, beschloß die Versammlung am 20. März 1996 eine Satzungsänderung bezüglich des Eintrittsalters. Aufgrund dieser Änderung dürfen nun in unserem Verein Kinder ab einem Alter von 10 Jahren an die Schießstände.

Im Juli 1997 beim Schützenumzug in Hellengerst zeigten sich die Damen erstmals in ihrer neuen Tracht, die nun ohne große Probleme erweitert werden kann.

Wiederum mit vollem Einsatz freiwilliger Helfer konnte der Anbau des Vereinsheimes mit dem Spatenstich am 2. Juni 1998 begonnen werden. Für den Schützenverein bedeutete dies eine Vergrößerung des Schützenheimes, die den Bau eines separaten Auswertraumes ermöglichte. Das vereinsinterne Eröffnungsschießen am 06.11.1998, zu dem Ehrenmitglied Ludwig Breyer eine schöne Schützenscheibe stiftete, lockte viele Schützen an den Stand.

Damals wie heute hat auch die Geselligkeit seinen festen Platz. Seit 1991 hat der Schützenverein bereits 6 mal ein Oktoberfest veranstaltet und ist auch bei den traditionellen Dorffesten  oder Faschingsveranstaltungen mit von der Partie. Nicht zu vergessen das jährliche Schützenkränzle mit Tanz in den Mai.

Die Berichte der Schriftführer während dieser 100 Jahre sind reichlich gefüllt von den vielfältigsten Aktivitäten des Vereins und sehr schönen sportlichen Erfolgen einiger Vereinskameraden.

Mit Stolz und Dankbarkeit können wir auf das vergangene Jahrhundert zurückblicken und "Danke" sagen an

* alle Schützen, die in diesen 100 Jahren ein Amt innehatten bzw. heute noch eines ausüben.  

  Durch ihr unermüdliches Engagement waren und sind sie die Säulen des Vereins.

* alle aktiven Schützen. Zu allen Zeiten, damals wie heute, sind sie es, die den Verein mit Leben

  erfüllen, ihn repräsentieren und Gemeinschaftssinn und Geselligkeit pflegen.

* alle Gönner, die den Verein auf jegliche Art und Weise unterstützten und fördern.



Zum Abschluß dieser Chronik sei der Wahlspruch unserer Gründungsväter für die nächsten 100 Jahre nochmals in Erinnerung gerufen



"Zum Zwecke der Übung im Schießen und der Förderung der kameradschaftlichen Liebe und Eintracht"

alle Generationen des Vereins gemeinsam!!!



Allen Lesern dieser Chronik allzeit"Gut Schuß"

Angela Rimmel

 
 
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